, Schneitter Peter

Eidg. Turnfest Lausanne 2025

9 Turner am eidg. Turnfest in Lausanne am 23.6.2025

Das Eidgenössische Turnfest (ETF) ist der grösste polysportive Anlass der Schweiz und ein zentrales Ereignis für die schweizerische Turnbewegung und den Zusammenalt der Turnerschaft. Es bringt Sportler aller Altersklassen und Leistungsniveaus zusammen, um die Vielfalt des Turnens in einem festlichen Rahmen zu zelebrieren. Das Ziel ist es, emotionale Momente zu schaffen, Tradition und Moderne zu verbinden. 

Klar,  wir sind Turner, polysportiv tätig und auch in noch einer Alterklasse wo wir solchen Anlässen teilnehmen können. Also haben wir uns entschieden,  zum 4. Mal in der Geschichte der Männrriege an einem solchen Turnfest teilzunehmen. 

Erfreulicherweise haben sich 9 Turner für das Fest angemeldet. Das  forgeschrittene Alter unserer Turner erlaubte uns in der Kategorie "Senioren", Stärkeklasse 3 zu starten.  Unser Altersdurchschnitt hätte sogar für die Kategorie "Super-Senioren" gereicht, aber diese Kategorie gab es leider nicht. 9 Turner ist nicht die ideale Anzahl für diesen Wettkampf, da bei einigen Aufgabe 3 oder 4 zuschauen mussten. Bei seiner Einteilung hat Sem jeden 4-5 Mal starten lassen. 

Seit dem Januar des laufenden Jahres haben wir  uns zuerst in den Turnhallen und ab dem Mai draussen geübt, Gruppen zusammengestellt, gezählt, bewertet, die Lücken der Reglement auf allfällige Interpretationsspielräume studiert.  Das Training draussen konnte aufgrund des miesen Wetters nicht immer abgehalten werden. 

Am 18 Mai haben wir ein Trainingsmatinée bei der Dorfhalle abgehalten. Das Gesellschaftliche kam dabei auch nicht zu kurz. Nach dem intensieven Training erholten wir uns bei einem gemütlichen Grillplausch. In fröhlicher Athmosphäre konnten wir da auch den 2. Teil des bevorstehenden  TurnFESTES üben. 

Der Fit+Fun besteht aus drei Disziplinen, jeweils mit zwei Aufgaben, und wird im Freien (auf Wiese, Rasen, Kunstrasen oder Hartplatz) durchgeführt. Ein Wettkampfteil umfasst eine Disziplin mit zwei Aufgaben, die unmittelbar nacheinander absolviert werden müssen. Jeder Spieler müsste pro Disziplin mindestens eine Aufgabe absolvieren.

Nach einer langen und intensiven Vorbereitung startete die Männerriege am 23. Juni 2025 zu diesem  Saisonhöhepunkt. Das Ziel war mindestens 24.00 Punkte zu erreichen also im Durchschnitt eine 8.00, besser zu sein als die startenden Männerriegen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Auch wollten wir besser sein als am vergangenen Kant. Turnfest im "Buechibärg", welches uns wegen des schlechten Wetters richtig "abverreckt" ist.  Aber das gesellschaftliche sei zu pflegen und vor allem, alle wohlbehalten und vollzählig wieder nach Hause zu bringen. 

De 9 Turner, 1 Supporter und 1 Supporterin besammelten sich am 23.6.2025 morgens um 07.20 bei der Kirche um mit dem Bus via Grenchen in die Olympiastadt zu fahren. Das Wetter war super, Blauer Himmel und (noch) angenehme Temperaturen. 

Die Männerriege hat den zweifelhaften Ruf, dass nicht alle Reisende am Ziel ankommen. Bereits bei der Wahl des Busses (es standen 2 zur Verfügung) drohten wir Gefahr uns auseinander zu brechen. 3 Turner setzten sich in den falschen Bus. Zum Glück konnten wir dies gerade noch rechtzeitig korrigieren. 

Der Zug, den wir in Grenchen Süd bestiegen war vollgestopft mit jungen und alten, fröhlichen und erwartungsvollen Turnern und Turnerinnen. Auf der schönen Jurasüdflussline, entlang des Bieler- und Neuenburgersees,  gelangten wir in die Olypiastadt Lausanne. Sem und ich haben die Örtlichkeiten am vorherigen Wochenende eingehend rekognosziert. Unter ihrer kundigen Leitung gelangten wir via vollgestopfte Métro und überfülltem Bus zu unserem Wettkampflatz in Vidy. Es hatte zuwenig Transportkapazitäten (welsch halt).

Nach einer so langen Reise benötigten wir zuerst ein Kaffee mit Gipfeli. Schon bald rief jedoch Sem zum Einlaufen. Vorher noch rasch ein Foto unter dem Eingangstor des Wettkampfplatzes. Danach gings los.

Bei diesem strengen Einlaufen lief der Schweiss bereits um diese Zeit aus allen Poren. Immer wieder mahnte der Übungsleiter uns daran sich aufzuwärmen aber vor allem sich zu konzentrieren. Denn die Hälfte des Erfolges oder auch Misserfolges ist auf das Mentale zurückzuführen. Jeoch in unserem fortgeschrittenen"Turnalter" sollten wir nicht mehr nervös sein. 

Nach uns nach gesellten sich weitere Fangruppen aus Lommiswil, die älteren Turnerinnen, die Fit+Fun Frauen der Damenriege und diverse Mitglieder des Turnvereins, welche bereits am Donnerstag anreisten, um das TV-Zelt aufzubauen, dazu. Herzlichen dank für die Unterstützung.

Wir waren bereit es konnte los gehen. Exakt um 11.24 starteten wir zu unserem Turnfest mit dem 1. Wettkampfteil FF 1. Zuerst mit 8 Turnern in 2 Gruppen Fussball, Stafettenstab und danach Brettball mit 5 Aktiven. Die Note von 8.22 ist in Ordnung. 

12.36 bereits der 2. Wettkampfteil FF2 mit Umihockey-Parcours und 8er-Ball. Unihockey liegt uns eigentlich nicht. Wir haben da nie brilliert. Jedoch der 8er-Ball ist bereits seit Urzeiten im Programm und der liegt uns. Die Note im FF2 mit 8.87 Punkten war sehr gut.

Bereits kam Euphorie auf. Wenn uns der 3. Teil auch so gut gelingen würde, könnten wir villeicht  ………………. etc. Vor dem 3. Teil verpflegten wir uns mit dem mitgebrachten Lunch. Wir hatten Mühe einen geeigneten Platz am Schatten zu finden. Die Temperaturen stiegen auf über 30 Grad.

Um 13.42 der letzte Teil. Vorher wollten wir noch etwas üben. Wir wurden jedoch vom gestrengen Platzchef  in strengem militärischen Ton auf den Wettkampfplatz gewiesen. Er meinte, wenn wir vorher nicht geübt haben, bringe das auch nichts mehr. Wir sollen jetzt schleunigst antreten.  Leicht verdattert starteten wir dann halt zum FF3, dem Street Racket und dem Ring-Ball. Street Racket ist uns einigermassen gelungen. Jedoch beim Ring-Ball flogen die Ringe öfters flatternd und ungenau. Lag wohl am Material oder an der geringen Meereshöhe von Lausanne, wo die Luft eine höhere Dichte hat als in Lommiswil.  Die Note von 7.94 war entsprechend leicht enttäuschend.

Zusammenfassen sieht dies nun wie folgt aus:

FF1 Stafettenstab, Brettball

8.22

Punkte

FF2 Uni-Hockey, 8er-Ball

8.87

Punkte

FF3 Street-Racket, Ring-Ball

7.94

Punkte

Total

25.03

Punkte

 

Das bedeutete den 48. Rang unter 65 Startenden Mannschaften in unserer Kategorie. Eine gute Note und ein passabler Rang, wenn man die Umstände (unser Alter) mitberücksichtigt. Die Details (wer, wie viele Fänge, Punkte etc.) sind nach wie vor unter der Homepage des ETF-Lausanne zu sehen.

Es war geschafft. Nun konnten wir uns endlich dem 2. auch wichtigen Teil, des Turnfestet widmen. Auf dem Wettkampfplatz gabs diverse Möglichkeiten den Durst zu löschen. Vor allem das Bier mundete sehr. Männiglich, d.h. diejenigen welche mit dem bargeldlosen Zahlungssystem zurechtkamen, hatte das Bedürfnis, in grossen 1 Liter Kübeln ein Getränke zu spendieren. Schon bald gings bei der Männerriege hoch zu und her. Es war aber auch heiss, sehr heiss. Ein weiser Turner meinte, wir hätten villeich vorher etwas hätte Essen sollen. Aber dafür sind die Übungsleiter nicht mehr zuständig. Die von Urs A. gespendeten Frühlingsrollen nützten da auch nichts mehr. Es kam auch leichte Wehmut und Nostalik auf, da es für einige Turner nach über 100 Turnfesten wohl  der letze aktive Anlass war.  3 Turner verabschiedeten sich wegen eines Rendez-vous oder Ferien.

Die verbliebenen Turner brachen zu neuen Taten, oder zur nächsten Schenke auf. Der blutige Zwischenfall beim 2er-Bob sei nur am Rande erwähnt. Nach einem anstrengenden 500 Meter-Marsch hatten wir schon wieder Durst. In einem Restaurant genossen und feierten wir unsere Heldentaten. Nicht alle, aber einige Wenige gönnten sich vor dem Gerstensaft noch ein Kaffee.  Junge Turner vom Südende des Bodensees in der Nähe der österreichischen Grenze, jedoch noch Schweizer, berieselten uns mit lautem Technosound. Sie meinten wir wären «geili Sieche» weshalb auch immer.  

Leider musste sich der Schreibende am späteren Nachmittag von seinen Kameraden verabschieden. Er hatte am anderen Tag einen Schiedsrichter-Einsatz. Somit konnte er nicht über den weiteren Verlauf des Abends berichten. Auf alle Fälle, so wie ich gehört habe, kamen alle Turner wohlbehalten, vollzählig und rechtzeitig wieder in Lommiswil an.

Ich danke allen die am Turnfest teilnahmen gratuliere zur Erfolg, den Supportern und Fans, Jos dem fliegenden Fotoreporter und auch denjenigen Turnern, welche nicht teilnahmen aber unsere Vorbereitungen dazu mitmachten.

 

Peter Schneitter