, Schneitter Peter

Vereinsausflug 2024

Die Männerriege Lommiswil in der bömischen Schweiz. 9 gestandene Turner besuchen Tschechien

 

Unter der Leitung des ehemaligen Tschechen, nun Deutschen aber in Lommiswil wohnhaften Bierkenners Sepp besuchte die MäRiLo die «Böhmische Schweiz».

Ebenfalls dabei war der auch in Lommiswil wohnhafte Holländer Jos, ein erklärter Anti-Wanderer und auch ein profunder Bierkenner.  Daneben der Romand aus Genève, Denis unser Marathon-Men.  Auch der Gänselochquellen Dolf und der Imker- und Bahnmeister Sem waren dabei. Ebenso Edi ein Elektroinschiniör. Mitgereist sind auch Hugo Dürrenmatt unser Jassexperte sowie Klaus der fliegende Fotoreporter und Methusalem unserer Gruppe. Auch Schnyder, der Pink Floyd Fan, und c/o Organisator der Reise; mit 68zig Jahre der Benjamin der Gruppe durfte mitkommen,

Die übrigen Mitglieder der MäRiLo waren leider mehr oder weniger verhindert.  Arbeit, Ferien, Gesundheit und andere Gründe wurden angebracht. Einer befürchtete gar einen zu grossen Bierkonsum, was seine Leber angreifen könnte.

Als waschechte Schweizer und Eidgenossen (ömu teilweise) kam uns ein Besuch in der «Bömischen Schweiz» doch recht gelegen. Verspürten wir doch während des Aufenthaltes echte heimatliche um nicht zu sagen patriotische Gefühle

 

Also am 16.9.24 um 06.10 besammelten sich die 9 Aufrechten bei den Bahnhöfen wobei 7 im oberen besseren Holz und nur 2 im minderen Dorf einstiegen. Das sagt uns etwas über die Wohnqualität dieser beiden Dorfteile. Ab nach Basel zum Flughafen. Die MäRiLo ist bekannt dafür, dass sie auf Reisen des öfteren Mitglieder verliert, deshalb habe ich während dieser Reise alle 30 Minuten die Mitglieder gezählt. Soviel vorneweg, wir haben nie einen vermisst oder gar verloren und sind vollzählig zurückgekehrt.

Warten auf den Eurobus am Hauptbahnhof Basel,

 

Beim Secutity-Check gabs schon die ersten Probleme. Jedermann weiss, dass auf Flügen  ¼ Liter Behälter im Handgepäck nicht erlaubt sind. Edi musste also seine Maxi-Zahnpastatube bereits in Basel abgeben, auch wenn diese nach seinen Aussagen beinahe leer war

Mehrmals wurde darauf hingewiesen, dass bei Easy-Jet nur ein munzig kleines Gepäckstück im Billett enthalten ist. Entsprechend zogen die Reisenden die kofferfüllenden Kleider und Schuhe während der Reise an. Sie glichen  Pirelli Männchen aus der Reifenwerbung.

Die Platzverhältnisse im Flugzeug sind sehr reduziert. Unsere stattlichen Posturen quälten sich mühsam in die engen Easy-Jet-Sitze. Zum Glück dauerte der Flug nur ca. 90 Minuten. Prag liegt nur einen Katzensprung von Basel entfernt. Sepp als Eingeborener und Landeskenner begrüsste jeden Einzelnen auf tschechischem Boden mit «Vítejte v České republice“ was heisst „Willkommen in Tschechien“

 

Willkommen in Tschechien

Wir mieteten einen 9-plätzigen Toyota Bus und fuhren übers Land nach Norden. Die befürchteten Sperrungen und Umleitungen wegen des Hochwassers blieben aus. Die Hochwassersituation in Tschechien hat unsere Reise beinahe zum Kippen gebracht. Aber während den gesamten 5 Tagen war es meist trocken und zum Teil sonnig.

Erster Zwischenstopp in Usti bim Ladem (Aussig) zum Geldwechseln. Jedoch auch um erstmals das gute tschechische Bier zu probieren. Nun die Meinungen gingen sehr auseinander. 

 

Einige fanden das Breznsk (das mit dem alten Mann) köstlich wogegen andere ihre Vorbehalte äusserten. Beim dubiosen Geldwechsler wurden einige beschissen.Sie kauften abgelaufene Banknoten (man sollte eben aufs Migros data achten), die später allesamt nicht zur Zahlung zugelassen wurden. 

Weiter ging’s nach Mezni Louka zum gleichnamigen Hotel inmitten des Nationalparks böhmische Schweiz                                                                     

 

Unser erster Aufenthalt im gleichnamigen Hotel

Die Elbe war bis zum Rand gefüllt jedoch keine wesentlichen Überschwemmungen

Das umstrittene Breznak Bier, das mit dem Mann

 

Das Hotel stammt noch aus der Zeit der kommunistischen Diktatur und wurde wohl von Funktionären und Aparatschiks als Erhohlungsherberge genutzt.Es ist nicht klar wovon sich diese zu erholen hatten.  Wir bezogen die 4er Zimmer wobei je 2 im grossen „Elternbett“ schliefen und 2 zum Beispiel Sem und ich sich ins schmale Kinderbett quälten.

Das Nachtessen war gut und deftig. Aber die Knödel, welche Machart auch immer können mich immer noch nicht überzeugen.

 

Früh am Morgen gings gleich los mit dem ersten Ausflug, über verschlungene Pfade durch den abgebrannten Fichtenwald wanderten wir zum kleinen Prebischer-Tor.Im Jahre 2022 ist beinahe der gesamte Wald der «Bömischen Schweiz» abgebrannt.1000 Hektaren Fichtenwald wurden vernichtet.

Ein Schuldiger wurde gefunden und verurteilt. Der Hauptgrund für die rasante Ausbreitung des Feuers lag jedoch in der dort vorherrschenden Fichtenmonokultur. Die dürren Bäume brannten, wie Fackeln. Der herrschende Wind trug das seinige zur Ausbreitung bei. Heute untersucht man, wie sich der Wald dort regeneriert und wie er klimaresistenter werden kann.

 

Das kleine Prebischertor ist, wie der Name sagt, der kleiner Bruder des grossen Prebischertores. Trotzdem imposant und sehr schön gelegen. Ein deutscher Tourist machte von uns ein Gruppenfoto. Es ist dies die einige Aufnahme an dem alle Reisenden drauf sind.  (siehe oben)

 

Der Anti-Wanderer schaut sich das Ganze von unten an

Nach diesem Gruppenfoto gings weiter zur Felsenburg Saunstein.

Wahrlich ein imposantes Gebilde auf einem hohen Felsen. Diese ist nur über steile Leitern und Klettersteige erreich bar. Vermutlich herrschten dort oben Raubritter oder andere dubiose Gestalten. Der Anti-Wanderer verzichtete auf den Aufstieg. Für die übrigen breitete sich eine wundschöne Aussicht auf die «Bömische Schweiz « aus.  

 

Selbstverständlich darf nach so einer anstrengenden Wanderung Speis und Drank nicht fehlen. m nahe gelegenen Restaurant Kortus wurden alle mit lokalen Spezialitäten inkl. lokalem Bier verköstigt. Dabei war uns Sepp als sprachgewandter Eingeborener sehr hilfreich.

Fisch gestärkt ging’s weiter zuerst über eine Teerstrasse und danach über einen Waldpfad zurück zum Hotel. Besonders hier zeigte sich die zerstörerische Wucht des Brandes von 2022. In der böhmischen Schweiz wird der Wanderweg im Gegensatz zur echten Schweiz nicht alle 100 m markiert. Dank der kundigen Führung unseres Inschiniörs Edi und seines Handys erreichten wir müde und vor allem durstig unsere Herberge.

           

 

Am Morgen des 3. Tages verlassen wir das Hotel in Menzi Louka und gelangen schon bald nach Hrensko zum Ausgangspunkt der «Kurzwanderung» zum grossen Prebischertor.

Der gepflasterte Weg führt uns an verschiedenen Informationstafeln vorbei. Diese klärten uns über den Wandbrand von 2002 auf. Das Prebischertor ist ein wahrlich imposantes Sandsteingebilde. Mit, was für uns sehr wichtig ist, einer Bierschenke, wo sich der Grossteil der Gruppe gleich an den Gerstensaft machte.

 

Die Birschenke am Prebischertor

 

Am frühen Nachmittag gings weiter zum ehemaligen Wohnort von Sepp nach «Ústí nad Labem» zu Deutsch «Aussig». In der einfachen Unterkunft «Piovar Hotel na Richte» bezogen wir die Zimmer und weiter gings. Unser Feldweibel hatte einen weiteren Ausflug vorgesehen. Mühelos, mit einer Gondelbahn erklommen wir die Ferdinandshöhe, mit einer Einkehrmöglichkeit, die wir aber ausnahmsweise nicht nutzten.  

Von da an eine einfache, aber sehr eben trockene Wanderung entlang des Hügelzuges westlich der Elbe.

Vorbei an einem Wasserfall, der seines Namens spottet, also eher einem Rinnsal glich. Überquerung der Elbe auf einer Schleuse zur Busstation unterhalb der Burg «Schreckenstein»

 

Pfadfinder Sepp, obwohl Eingeborener sucht den richtigen Weg

                                                              

  Vor dem Schloss Schreckenstein

 

Männiglich, aber vor allem einer war der Meinung, dass es nun genug sei mit dem Laufen. Also kehrten wir mit dem Bus nach Aussig zurück. Um weitere Biersorten zu testen. Insbesondere das Sauerkirschenbier hat es dem Schreibenden angetan.

Das Nachtessen im Hotel war wiederum sehr üppig. Wegen Sprachschwierigkeiten bestellten wir gleich 10 Portionen. In Tschechen kann man nicht nur Bier trinken. Es gibt auch Mineral, Limo und sehr guten lokalen Wein.Zum Nachtessen testeten wir diverse Weinsorten, bis wir einen hatten, der allen mundete waren 4 Flaschen leer.

Sepp hielt fest an seinem Reiseprogramm fest. Das Schloss «Schreckenstein» war auf dem Programm, das wir am Vortag nur von Weitem sahen. Mit unserem Busli fuhren wir  am Morgen des 4. Tages zu diesem imposanten Bau, auf dem schein’s «Hitlers» Lieblingskomponist Richard Wagner die Oper «Tannhäuser» komponiert haben soll. 

 

Hugo uns Klaus beim Eisteigen die Beiden wirken leicht eingeschüchtert

Eine 60-minütige Fahrt führte uns dann weiter zur Talstation der Seilbahn «Kurupka» (Graupen). Wir fühlten uns auf den Weissenstein versetzt.

Diese Bahn ist 1:1 eine Kopie der alten Weissensteinbahn, oder umgekehrt. Eine energische Dame platzierte uns auf2er Sessel. Sie liess sich auf keine Diskussionen oder Sonderwünsche ein.

 

 

Auf unsere altersbedingten Bébéchen ist sie schon gar nicht eingegangen.Mit ihr war gar nicht zu Spassen

 

Der Mückenberg ist also eher ein Hügel als ein Berg. Er liegt dicht an der deutschen Grenze. Die Fernsicht war dank der Niederschläge der letzten Woche super. Einige behaupteten sogar, dass man knapp die Schweizer Alpen erkennen konnte.  Was nicht stimmen konnte.

Der Rückmarsch nach Graupen, führte uns vorbei an verschieden Wochenendhäuschen, wohl auch aus der Zeit der Diktatur und errichtet für die Parteibonzen. Auf dem Mückenberg sehen wir sogar einige Skilifte alter Bauart. Nach einem Marsch durch die alte Bergbausiedlung Graupen fuhren wir zurück nach Aussig. Ein einem Restaurant oberhalb der Stadt genehmigten wir uns, wie könnte es anders sein ein kühles Bier.

 

Vor dem Abendessen war endlich Zeit, die Stadt Aussig zu besichtigen und einige wenige, aufgrund der engen Platzverhältnisse im Reisegepäck, Souveniers zu kaufen. Sem hat sich mit seinem Stumpenkauf übers Ohr reissen lassen. Dieses Zeug war gar nicht zu rauchen.

Beim Nachtessen gings wiederum deftig zu. Zum letzen mal wurden wiederum Knödel, mit mehr oder weniger Fleisch probiert. Nach wie vor konnte diese tschechische Spezialität nicht alle überzeugen.

 

Die Adalbert Kirche von Aussig

 

Vor dem Nachtessen hat Denis noch ein Einzelzimmer bezogen. Wegen übermässigem Lärm seines Bettnachbarn, konnte er die gesamte vorige Nacht nicht schlafen. Ansonsten verlief die letzte Nacht in Tschechien ruhig, mir wäre jedenfalls nicht bekannt, dass es irgendwelche Störungen gab.

 

 

Vor dem Abflug nach von Prag nach Basel, besuchten wir noch die Gedenkstätte des Konzentrationslagers «Theresienstadt» oder «Terezin».

Unter kundiger Führung konnten wir uns über die Schrecken der Nazi-Zeit informieren. Kaum zu glauben, was da vor knapp 80 Jahren geschah.

Nach diesen grausamen Eindrücken hatte niemand mehr Lust die Stadt Terezin, welche in den Kriegsjahren ein Getto war, zu besuchen. Stattdessen besuchen wir die in der Nähe gelegene Kleinstadt «Leitmeritz» oder «Litoměřice», wo wir uns etwas gedämpft wiederum den schöneren Seiten eins unseres Kurzurlaubes widmen konnten.

Das Städtchen bereitete sich auf ein Volksfest vor. Leider konnten wir nicht daran teilnehmen

                              

 

   

Die Rückfahrt zum Flughafen «Vaclav-Havel» verlief flott war waren ca. 3 Std. zu früh dort. Lediglich bei der Auto Abgabe stelle sich nachträglich ein Problem ein, welches schlussendlich gelöst werden konnte. Wärend der Wartezeit  kam unser Jassexprte Hugo zum Zug. Schon bald wurden Karten gemischt und bis zum Abfluss wurde kräftig gejasst und geschoben.

Kaum waren wir in Prag gestartet, landeten wir auch schon in Basel. Da wir kein Aufgabegepäck hatten erwischen wir den Zug in Basel problemlos, so dass wir volle Eindrücke aber wohlbehalten und  müde um Mitternacht in Lommiswil ankamen.

Ich danke allen für’s Mitkommen, für die gute Laune und dem Eingeborenen Chauffeur Sepp für das unfallfreie, verantwortungsvolle und umsichtige Fahren und die örtliche Organisation

Peter  Schneitter